Kulturausschuss

Säulen der Kulturlandschaft

  • 11 March 2024
  • jdroop

Ist die Betriebsübernahme der Weberei durch die Stadt Gütersloh eine „feindliche Übernahme“? Vieles spricht dafür.

Als 1979 die Idee zum Bürgerzentrum „Alte Weberei“ entstand, war die Stadthalle gerade im Bau. Diese Halle entsprach damals den Anforderungen des etablierten bürgerlichen Kulturbetriebs. Sie war konzipiert für klassische Konzerte, Gesellschaftstanz, Kongresse, Vorträge und einiges mehr, wie z.B. Saalvermietung an heimische Unternehmen. Entsprechend wurden auch das Ambiente und die Infrastruktur angelegt. Kosten spielten eine untergeordnete Rolle.

Die Weberei wurde von einem bunten Bündnis gesellschaftlich engagierter Menschen geradezu als der Gegenentwurf dazu erdacht. Hier ging es in freier Trägerschaft in erster Linie um soziale, politische und kulturelle Teilhabe. Kommunikation stand über allem. Bevölkerungsgruppen aller Couleur sollten angesprochen und aktiv eingebunden werden, egal, welchen Alters, Ethnie, sozialer Status oder Bildung. Es ging um das gemeinsame Erleben von Musik, Tanz, Theater, Lesungen, Comedy, Flohmärkte u.a. in ungezwungener Atmosphäre, niedrigschwellig und kostengünstig. 40 Jahre lang hat sich in Gütersloh dieses Gegenüber von freier und städtischer Kulturarbeit getragen - zum Vorteil und zur Freude der Bürgerinnen und Bürger. Nun will es der Kulturdezernent beenden.

Übergang gesichert - Weberei bleibt geöffnet

Quelle: 
Fachbereich Zentrale Öffentlichkeitsarbeit, 30.09.2013
Kulturausschuss sagte einstimmig ja zum Vorschlag des Insolvenzverwalters - Verzicht auf Miet- und Nebenkostenzahlungen für Oktober bis Dezember - Bönings übernehmen ab 1. Januar

Gute Aussichten für den Übergang: Der Kulturausschuss stimmte am Montag (30.9.) einstimmig ohne Enthaltungen dem Vorschlag des vorläufigen Insolvenzverwalters zum Weiterbetrieb der Weberei zwischen Oktober und Dezember 2013 zu. Beschlossen wurde damit die Weiterzahlung des regulären Quartalzuschusses und ein Verzicht auf die Miet- und Nebenkostenzahlungen für die Monate Oktober bis Dezember.

Kommentar zur nichtöffentlichen Sitzung des Kulturausschusses am 30.09.2013

  • 29 September 2013
  • jdroop

Von Dr. Anke Knopp

Es erstaunt nicht, dass der Kulturausschuss hinter verschlossenen Türen tagt. Man mag es fast nicht mehr betonen.

Öffentlichkeit war nur Dekoration, um den voreiligen politischen Ansprüchen von Bürgerbeteiligung zu genügen. Man weiß in Gütersloh offensichtlich immer noch nicht, damit wirklich offen umzugehen.

Nun werden am Montag die wirklich knackigen Entscheidungen von einer Handvoll Politiker still und alleine gefällt: Es geht um Geld und Struktur.

Hier sitzen am Montag aber Henker und Gönner in Personalunion am Tisch.

Kommentar zum Kulturausschuss am 19.09.2013

  • 24 September 2013
  • jdroop

Von Detlef Fiedrich

„alea iacta est“ – der Würfel ist gefallen - wie man so schön zu sagen pflegt. Die Brüder Böning haben mehrheitlich den Zuspruch nun auch offiziell im Kulturausschuss erhalten. Einzig die SPD und die BfGT haben sich bei der entscheidenden Abstimmung enthalten.

Dass die BfGT sich an der Abstimmung beteiligt hat, mag formaljuristisch auch in Ordnung sein. Es bleibt jedoch ein dickes, fettes ABER und ein wahrlich unleckeres Geschmäckle. Denn war nicht die Gruppe um Nobby Morkes Mitbewerber um die Weberei? Hatte nicht die BfGT/Morkes-Gruppe Zugang zu allen brühwarmen Informationen der Verwaltung, was die übrigen Bewerber so nicht hatten? Waren nicht Vertreter dieses Vereins in den Vorgesprächen und Platzierungen beteiligt? Gut, dass sie vielleicht auch gerade deshalb „nur“ auf Platz 3 der Vorauswahl kamen. Trotzdem meine ich, hätten sie sich grundsätzlich für befangen erklären müssen und alle Sitzungen mit dem Thema ‚Weberei‘ meiden sollen. So bleibt ein schaler Geschmack beim Betrachter bestehen. Dieses Verhalten trägt mit Sicherheit mit dazu bei, dass Bürgerinnen und Bürger sich immer mehr von der Politik, vom Gemeinwesen abkehren.

"Team Böning" erste Wahl für die Weberei

Quelle: 
Stadtportal Gütersloh, Internet, 24.09.2013

Der Kulturausschuss hat am Donnerstag entschieden, wie und von wem das Bürgerzentrum "Die Weberei" in Zukunft geführt werden soll. Gemäß einem Beschlussvorschlag der Verwaltung und entsprechend einer Empfehlung aus einer Auswahlkommission entschieden sich die Ausschussmitglieder für eine Liste, bei der auf Platz eins das Konzept des Teams der Brüder Steffen und Tim Böning, auf Platz zwei das des Teams um Matthias Kirchhoff und auf Platz drei das des Teams um Nobby Morkes steht.

Großes Interesse im K1 der Stadthalle: Viele Zuhörer verfolgten Diskussion und Beschlussfassung, darunter auch Tim und Steffen Böning (Bildmitte rechts).

Eine Übernahme der Weberei ist - wie ausgeschrieben - zum 1. Januar 2014 vorgesehen. Eine Aufnahme des Betriebs bereits zum 1. Oktober ist anheim gestellt.

Klares Votum für Böning-Brüder

Quelle: 
Neue Westfälische, Gütersloher zeitung, 19.09.2013

Weberei-Konzept überzeugt auch den Kulturausschuss

VON THORSTEN GÖDECKER Gütersloh. Wenn Sie heute in den Verhandlungen mit Kulturdezernent Andreas Kimpel keinen Rückzieher machen, dann werden die Brüder Steffen und Tim Böning spätestes ab dem 1. Januar 2014 die neuen Herren der Weberei sein. Das beschloss gestern der Kulturausschuss einstimmig bei Enthaltungen der fünf Sozialdemokraten und des BfGT-Vertreters. Kimpel soll auch versuchen, die Brüder davon zu überzeugen, das soziokulturelle Zentrum schon am 1. Oktober zu übernehmen. 

Weberei: Auftrag für Vertragsgespräche erteilt

Quelle: 
Die Glocke, Gütersloh, 19.09.2013

Gütersloh (din) - Erwartungsgemäß hat der Kulturausschuss am Donnerstag mit den Stimmen von CDU, Grünen, FDP und UWG der Verwaltung den Auftrag erteilt, mit den Brüdern Steffen (39) und Tim Böning (37) Vertragsgespräche zur Übernahme der Weberei zum 1. Januar 2014 zu führen.  Außerdem soll sie den Betrieb für die Zeit vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember sicherstellen.

Weberei: BfGT kritisiert Verwaltung für Vorlage

Quelle: 
Neue Westfälische, Gütersloher Zeitung, 18.09.2013

Morkes zweifelt an Rechtssicherheit des Verfahrens

Gütersloh (tcg). Kritik an der Verwaltungsvorlage zur Entscheidung über die Verpachtung der Weberei übt der Sprecher der Bürger für Gütersloh (BfGT) Norbert Morkes. Er beantrag eine Vertagung der Entscheidung zur Übernahme der Weberei, die am Donnerstag, 19 September, im Kulturausschuss getroffen werden soll. Auch Morkes hat sich mit einem eigenen Konzept um die Trägerschaft beworben.

Weberei-Gespräche hinter den Kulissen

Quelle: 
Die Glocke, Gütersloh, 17.09.2013

Gütersloh (din) - In dieser Woche soll die Entscheidung über die Vergabe der Weberei an die Brüder Steffen und Tim Böning fallen. Bisher verlautete nichts zu den Bedingungen für die angestrebte nahtlose Weiterführung des Kulturzentrums. Am Abend traf sich auf Einladung von Bürgermeisterin Maria Unger (SPD) der Ältestenrat im Rathaus.  In den vergangenen Wochen hat sich das meiste hinter den Kulissen abgespielt. Am Montag war in der Verwaltung keine Auskunft zum Stand der Gespräche zu bekommen. Gegenüber der „Glocke“ bekräftigte Steffen Böning die Absicht der Brüder: „Wir wollen die Weberei übernehmen.“ Das gelte auch für die Mitarbeiter. „Wir haben mit allen gesprochen“, sagte Böning. In einer Runde sei schon darüber geredet worden, wie der Betrieb im Oktober fortgeführt werden könne. Eine auch nur zeitweise Schließung der Weberei sei zu vermeiden.

Ohrenzeugenbericht aus der Hauptausschusssitzung

  • 11 September 2013
  • jdroop

Komme gerade von der Hauptausschusssitzung. 3 Besucher: 2 vom Handball u. ich.

Bürgermeisterin Maria Unger wies zu TOP 5 - Sachstand Konversion - darauf hin, dass am 19.9. von 10 - 16.00 Uhr eine Regionalkonferenz stattfindet mit BM M.U., NRW Urban, HK (?) etc. Auf Nachfrage von Büscher (FDP), ob er auch kommen könne, meinte M.U., 'wer Zeit hat, sei gerne eingeladen'! Ob sie auch BürgerInnen meinte, hatte keiner nachgefragt.

Dann TOP 6.1. -> unser Antrag (Demokratie wagen!):

Zuerst meldete sich Ostermann, SPD: Antrag berechtigt; komplexe und weitreichende Informationen fehlen den BürgerInnen; daher würden sie dem Antrag der Initiative zustimmen;

Verhandlungen zur Weberei: Kulturausschuss tagt am 19. September

Quelle: 
Die Glocke, Gütersloh, 07.09.2013

Gütersloh (din). Überraschend schnell haben sich CDU, Grüne, FDP und UWG in den Ferien für die Brüder Steffen (39) und Tim Büning (37) als Betreiber der Weberei ausgesprochen. Die Brüder verhandeln mit der Verwaltung und Insolvenzverwalter Jochen Schnake über die Modalitäten der Betriebsübergabe.

Die Verwaltung bereitet eine Vorlage für den 19. September vor. Dann soll der Kulturausschuss in einer Sondersitzung die endgültige Entscheidung treffen.

Bevor sich diese schnelle Festlegung abzeichnete, hat die „Glocke" alle Bewerber gefragt, was ihr Konzept ausmacht, was sie befähigt, die Weberei auf solide Beine zu stellen, und warum gerade sie den Zuschlag erhalten sollten. Trotz der offenbar schon gefallenen Entscheidung beschäftigt sich der Hauptausschuss am kommenden Dienstag (17 Uhr) mit einem Antrag der Initiative „Demokratie wagen!" für eine öffentliche Bürgerinformation. Die Verwaltung lehnt das mangels Zeit und bereits hergestellter Öffentlichkeit unter anderem in den Medien ab.

Anhang: 

Tacheles: Es fehlt ein geordneter Prozess

Quelle: 
GT-INFO, September 2013

Die Mehrheit der im Rat vertretenen Parteien haben sich vor der Kulturausschuss-Sitzung im September auf die Brüder Tim und Steffen Böning geeinigt. Das Rennen scheint gelaufen, die Übernahme der Weberei ist zurzeit das öffentliche Thema Nummer ein. Das Bürgerzentrum lässt (fast) keinen Gütersloher kalt. Zur Entwicklung und zum Bewerbungsverfahren redet in dieser Ausgabe Jürgen Droop „Tacheles“ ... Jürgen Droop ist Verteter der Bürgerinitiative „Demokratie wagen!“, die sich für Transparenz und Bürgerbeteiligung in dieser Stadt einsetzen ... 

Die Böning-Brüder gehen also als Weberei-Modernisierer durchs Ziel. Oder etwa doch nicht? Eine Mehrheit von CDU, Grünen, FDP und UWG flüsterte den Böning-Sieg zwar voreilig als Ergebnis einer Auswahlkommission, der offizielle Kulturausschuss tagt jedoch erst am 19. September. Die Kommission – mehr zufällig besetzt – hatte das Thema hinter verschlossenen Türen beraten. Es folgten parteiinterne Fraktionssitzungen - und dann die Verkündung. Übrigens zuerst auf facebook durch Mitbewerber Matthias Markstedt – und nicht von den Parteien. Auch Bewerber und Ratsherr Nobby Morkes nutzte facebook – zur Gratulation der vermeintlichen Sieger.

Präsenz zeigen! Auf zum Kulturausschuss

  • 13 June 2013
  • admin

Der Betriebsrat der Weberei lädt zur Kulturausschusssitzung am Montag, 17.06.2013 um 17:30 Uhr in die Stadthalle Gütersloh ein. Sie würden sich freuen, wenn ihr alle kommen könntet, um der Stadt Gütersloh die Ernsthaftigkeit der Sachlage zu zeigen. Im Grunde sind wir alle Zuschauer des Schauspiels, aber durch zahlreiches erscheinen wird auf Politik und Verwaltung Druck ausgeübt. Sie werden merken, dass es uns nicht egal ist, was mit den Arbeitsplätzen in der Weberei passiert. Wir denken, dass jeder diese Stunde für die Weberei und die Jobs opfern kann.Gerne könnt ihr Freunde, Bekannte, Familie, Kinder, Oma, Opa, Tante und Onkel mitbringen.

 !! UPDATE: Der Termin wurde auf 17:30 Uhr verschoben. !!

Stellungnahme zu den Pressemitteilungen über die Situation der Weberei

  • 9 June 2013
  • admin

Wo bleibt eine sachliche, transparente Diskussion über die Weberei? Wir wollen Fragen stellen dürfen.

Seit Ende letzten Jahres war der Verwaltung (Fachbereich Kultur) bekannt, dass Pari Sozial den Vertrag mit der Stadt kündigen wird, wenn nicht 100.000 € an Zuschuss mehr von der Stadt gezahlt wird. Erst im Mai 2013 wird seitens der Verwaltung (Herr Kimpel) im Kulturausschuss die Politik im öffentlichen Teil über die Kündigung informiert. Politik war offenbar erstaunt, setzte sich in Teilen (CDU, UWG, Bündnis 90/Die Grünen, BFGT und FDP) aber schnell zusammen, um ein Vorgehen abzustimmen. Tenor: Keine Zusammenarbeit mehr mit Pari Sozial. Kein weiterer Zuschuss von 100.000 €. Die Weberei soll "besenrein" zum 31.12.2013 an die Stadt übergeben werden. Einzig die SPD machte hier nicht mit.

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